Letztes Jahr im Oktober wollte James auf einmal nicht mehr springen. Noch nicht mal aufs Sofa schaffte er es. Er lahmte aber nicht. Ich schaute es mir einige Tage an und brachte ihn dann zu meiner Tierärztin. James wurde eingehend untersucht und ein Dentalröntgen wurde vereinbart, weil seine Maulhöhle nicht so gut aussah. James war zu dem Zeitpunkt 9 Jahre alt, deshalb wurde zur Vorbereitung der OP Blut abgenommen.
Leider zeigte das Blutbild einen erhöhten Nierenwert, der sich im Lauf der kommenden Woche noch verschlechterte. Im Blutausstrich fanden sich Entzündungszellen. Die OP wurde zunächst gestrichen. James wurde mit Infusionen und Antibiotika behandelt. Bald darauf ging es ihm wieder besser. Er legte wieder etwas Gewicht zu. Die Nierenwerte sanken langsam, aber kontinuierlich. Für März wurde ein neuer Termin für die Zahn-OP vereinbart.
Im Februar 2025, James war inzwischen 10 Jahre jung geworden, wurde er plötzlich unsauber, außerdem fiel mir auf, dass er aus dem Maul stank. Also fragte ich nach, ob wir den Termin vorziehen können und ich ihn schnell erneut vorstellen kann.
Zuletzt war James im Dezember zur Kontrolle beim Tierarzt, da war keine Veränderung ersichtlich. Am 25.02.2025 wurde eine signifikante Änderung erkennbar. Neben einer Zahnfleischentzündung war eine Gewebeanomalie unbekannter Ursache erkennbar.

Leider waren die Nierenwerte immer noch erhöht. Nicht viel, aber erhöht. Deshalb kam mein Kater am nächsten Tag wieder an den Tropf und vormittags des Folgetages vor der OP auch.
Die Röntgenbilder offenbarten ein echtes Desaster. Der ganze Oberkiefer litt unter einer starken Osteomyelitis. Der Knochen war angegriffen. Natürlich wäre es besser gewesen, er wäre bereits im Oktober in den OP gekommen, aber seine Nierenwerte machten es leider unmöglich. Und war natürlich auch klar, dass die Nierenwerte und auch die Anämie durch die Kiefersituation bedingt sein konnten. Aber wir wussten es nicht genau. Und so hoch, wie seine Werte waren, wäre er vielleicht in der Narkose geblieben oder er hätte einen richtigen Schaden an den Nieren erleiden können.

13 Zähne wurden gezogen. Es war eine sehr aufwändige OP. Und wieder wäre der ganze Umfang der Erkrankung ohne Dentalröntgen nicht erkennbar gewesen. Immer noch gibt es Menschen, die behaupten, das Dentalröntgen wird immer wieder empfohlen, damit die Tierärzte Geld scheffeln können. Das ist nicht nur nicht wahr, es ist, um es mit den Worten von Dr. Ralph Rückert auszudrücken, eine Zahnsanierung ohne Dentalröntgen ist tierschutzwidriger Pfusch.






Schon 14 Tage nach der OP haben sich die Blutwerte gebessert. Rote Blutkörperchen werden stark nachgebildet und auch die Nierenwerte sind sehr verbessert. James muss noch lange Antibiotika nehmen. Die Osteomyelitis wurde wahrscheinlich durch einen multiresistenten Keim ausgelöst, dem Staphylococcus aureus.
Ich bin zuversichtlich, dass sich seine Werte vollständig normalisieren.
Es ist inzwischen bekannt, dass Katzen durch resorptive Läsionen, früher FORL, oder Erkrankungen der Maulhöhle, sekundäre Erkrankungen entwickeln können, die sich nach der Zahnsanierung wieder regenerieren. Wie die CNE oder Diabetes.
James geht es schon wieder viel besser. Er ist wieder ein fröhlicher Kater, der die Frühlingssonne in vollen Zügen genießt.

